Lars Wingerning

Pilzkontrolleur VAPKO, Naturenthusiast und Vermittler

Ich bin gern draussen, weil die Natur dort einfach «ist». Frei jeglicher Zwänge laden Wald, Wiesen, Bachläufe und verschiedenste Lebensräume dazu ein, entdeckt und wahrgenommen zu werden. Zwischen Bäumen, Gräsern, Moos oder Laub kann ich abschalten und der Welt mit kindlicher Neugier begegnen:

Es geht nicht darum, irgendwo anzukommen.

Einfach Draussensein ist für mich ein Gegenpol zu einer Welt, die oft laut, schnell und überladen ist. Unsere digitalen Netzwerke, ihre Aufmerksamkeitsökonomie und ihre Gleichzeitigkeit fordern von uns stetes in Bezug setzen, Positionieren und Anpassen. In der Natur entsteht eine andere Form von Aufmerksamkeit – entschleunigend, alle Sinne berührend und unmittelbar.

Pilzkontrolleur unterwegs mit dem Camper und einem Korb gesammelter Pilze

Wie ich zu Pilzen kam

Um 2018 begann es mich in meiner Freizeit mehr und mehr in den Wald zu ziehen. Aus anfänglichen Spaziergängen zur Entspannung entwickelte sich immer mehr ein Interesse daran, was mich gerade umgibt. Pilze fielen mir bereits vereinzelt auf, dennoch war es ein expliziter Fruchtkörper – ein Parasolpilz, der alte Erinnerungen in mir weckte:

Einen solchen fand ich bereits in meiner Kindheit zusammen mit meiner Tagesmutter. Im Wissen, dass dieser essbar ist, nahm sie das Exemplar mit und übergab es, samt Kochinstruktionen, meiner Mutter – das Resultat war ein köstliches Pilzgericht.

Überwältigt von der Erkenntnis, dass so etwas frei verfügbar in unseren Wäldern zu finden ist, sammelte ich fortan einzelne Pilzfruchtkörper und trat mit Ihnen den Weg zum nächsten Pilzkontrolleur an. René, mir als Busfahrer bereits aus Schulzeiten bekannt, freute sich jedes Mal aufs neue über die mitgebrachten Pilze. Mit didaktischem Geschick nahm er nicht einfach nur Kontrollen vor, sondern stellte mir Fragen, schulte meine Herangehensweise:

„Hast du denn eine Idee, was dies für ein Pilz sein könnte?“

„Wieso denkst du, dass es sich um diese Art handelt?“

„…“

Es dauerte nicht lange bis ich mich nach einem Anknüpfungspunkt erkundigte, wo ich mehr über Pilze lernen könnte. Der Hinweis, es gäbe einen Verein für Pilzkunde in Möhlin, sollte mich letztlich an einen Ort führen, an dem viele tolle Bekanntschaften entstanden und ganz viel Erfahrung im Umgang mit Pilzbestimmung auf mich wartete.

Weiss verzweigtes Pilzmyzel auf einem Stück morscher Holzrinde im Wald

Wusstest du, dass z.B.: 

  • Myzelbaustoffe dereinst sehr viel umweltverträglicheren Bau ermöglichen könnten?
  • Pilze in der Lage sind, Schwermetalle aus verseuchten Industrieböden zu ziehen?
  • Pilze auch in der Medizin, beispielsweise der Therapie schwerer psychologischer Erkrankungen vielversprechende Resultate erzielen?
VAPKO-Diplom von Lars Wingerning als geprüfter Pilzkontrolleur

Was ich gelernt habe

Mit dem Beitritt in den Verein für Pilzkunde Unteres Fricktal, unzähligen Bestimmungsabenden und einigen Pilz-Kurswochen, die über die Jahre zusammenkamen, verbesserte sich meine Artenkenntnis stetig. Durch das gemeinsame Hobby entstanden Freundschaften, durch Exkursionen im Freundeskreis und an Vereinsanlässen entdeckte ich meine Freude an der Vermittlung. Schliesslich erlangte ich 2025 das Diplom als Pilzkontrolleur VAPKO und damit auch für mich selbst die Gewissheit, meine Passion auf soliden Füssen zu wissen und diese an andere weitergeben zu wollen. 

 

Jeder Waldgang fördert Neues zu Tage, jede Saison setzt andere Schwerpunkte. Um Sokrates hinzuzuziehen – je mehr ich weiss, desto mehr weiss ich, dass ich nichts weiss.
Mir geht es deshalb nicht darum, mich als allwissenden Experten hinzustellen. Ich bringe Wissen, Erfahrung und Sorgfalt mit – aber auch die Freude daran, weiter zu lernen und gemeinsam zu erkunden.

Wie ich vermittle

Ich vermittle am liebsten mit viel Empathie und auf Augenhöhe. Das Gefühl von Frontalunterricht sollte höchstens bei der Präsentation von Theorieinhalten aufkommen. 

 

Im Wald erkunden wir gemeinsam – mehr Augen sehen bekanntlich mehr!

 

Funde besprechen wir direkt im Habitat, Fragen finden jederzeit Platz. Ihr sollt ein Gespür für Merkmale und deren Einordnung bekommen. 

Im weiteren möchte ich auch einen respektvollen Umgang mit Wald, Pilzen und Fundorten vorleben. Das Sammeln soll Freude machen, aber genauso braucht es Mass, Vorsicht und ein Bewusstsein dafür, dass wir uns in lebendigen Zusammenhängen bewegen.

Gruppe betrachtet gemeinsam Pilze während einer geführten Pilzexkursion im Wald
Hand hält ein Büschel Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) im Wald

Was dich bei mir erwartet

Bei meinen Pilztouren geht es um Pilzwissen, Entschleunigung in der Natur, gemeinsames Entdecken und das Teilen einer tollen Erfahrung. Ich möchte einen Rahmen schaffen, in dem alle mit Ihren Fragen und Herangehensweisen willkommen sind – wir lernen von- und miteinander.
Du darfst neugierig sein, unsicher sein, staunen, vergleichen, nachfragen oder auch einfach Freude daran haben, draussen unterwegs zu sein.
Vielleicht geht es am Ende nicht nur darum, Pilze zu finden, sondern auch darum, den Wald besser kennenzulernen und dabei wieder etwas mehr Verbindung zur Natur, zu anderen Menschen und vielleicht auch zu sich selbst zu spüren.

Kontaktdaten

Naturerlebnisse – Lars Wingerning

+41 77 425 76 54

lars@pilztour.ch